Tanzschule Balance Arts - Berlin Biesdorf

12. Berliner Tanz-Theater Abend 2016

Der 12. Berliner Tanz-Theater Abend – „Losziehen“  - Lesen Sie hier Kritiken und Anmerkungen:

Juliane Witt
Gestern und vorgestern fand der nun schon 12. „Berliner Tanz-Theater Abend“ statt. Maike Bartz und ihre ganzen Tänzerinnen, Tänzer, Spieler,  Musiker, Elektriker, Familienmitglieder von und um dieTanzschule „Balance Arts“ im Theater am Park leisten Unglaubliches.
Ein Blick hinter die Bühne offenbart in der Garderobe den Trend zum Dritt-Haar-Knoten. Mehr ist mehr… Das gilt auch für die beeindruckende Power Frau Maike hier in Marzahn-Hellersdorf. Tolle Bühne ist wieder der große Saal der Alten Börse.


Großer Auftritt der Tanzschule Balance Arts von Adrian Zachow
Unbeweglich und vereinzelt stehen vier Figuren.Dann bewegen sie sich aufeinander zu, sich drehend, zuckend. Sieverschmelzen abgestimmt zur rhythmischen Tonfülle. Eine avantgardistisch anmutende Harmonie nimmt dem Publikumden Atem. Es sieht abgezirkelt bis in die Mimik eine
choreografierte Körpersprache, die ganz gewiss eine harte Vorarbeit erforderte. Indes hat die Kinderdarbietung auch eine spielerisch-leichte Note. Die ganze Vorführung ist eine opulente Geschichte, eine Geschichte von Hingabe an das Sein, von Aufstehen und Versinken, von Begrenzen,
Überwinden und Vergehen. „Was ist für den Betrachter sichtbar?“, fragt ein Pierrot, klassische Bühnenfigur mit der typisch weißen Maske. „Nur was er sehen will!“ Solcherart ist das Bühnenstück ein gewaltiges individuelles Ereignis. Ein Erlebnis für jeden. Man kennt das Leben schließlich.
Doch so hat man es noch nicht gesehen.„Ich ziehe einfach los. Ich lerne viele neue Freunde kennen. Das macht Riesenspaß.“ spricht ein Mädchen scharf. In die plötzliche Stille hinein klingt es ironisch. Das Los-Ziehen selbst zwingt denn auch zu vielen Ver-Drehungen und jäher Wendung. Lautlos staunt das Publikum. Überraschend unterschiedliche Tanzstücke bauen sich auf. Gruppendynamik folgt auf eine rasante Paarvorführung. Dann tritt Maike Bartz selbst als stilisierte Stock-Konstruktion auf.
Die verlängerten Gliedmaßen potenzieren jede der kantigen,harten Bewegungen. Allmählich werden die Zuckungen geschmeidig – die Starrheit wird aufgehoben, wodurch ihre Bedrohlichkeit eher zunimmt. Der Spruch von Pierrot ans Publikum: „Diebe! Lügner! Heuchler! Ihr seid nichts als ein Mittel zum Zweck! Ihr werdetangezogen von Geldscheinen wie Fliegen von totemFleisch.“ Das Publikum bleibt
benommen und etwasratlos sitzen. Der Applaus, der sich zunächst kaum hervortraut, zeigt dann Begeisterung. Hier präsentierte sich eine niveauvolle Tanztheater-Darbietung
für nur acht Euro Eintritt.
Adrian Zachow
Maike wir sind von Dir fasziniert. Nicole und ich,freuen uns schon heute, mehr von Dir zulernen.


Andrew Waas
Für mich war es toll in einem neuen Ort auf der Bühne zutreten, andere TänzerInnen/Performers/KunstlerInnen kennen zu lernen und ihre Arbeit zu erleben. Ich hätte gerne mehr Licht auf der Bühne weil es einen schattigen Teil der Tanzfläche gab. Aber eine Brauerei ist nunmal kein Theater.;o)
Dein Solo mit den Stöcken konnte ein coolen Kontrast zu den drei Frauen der Johanna Winkel Company die in den in den Stofftüchern schaffen.
Lange Stocke, unorganische Bewegungen im Kontrast zu Kurven und runden Bewegungen.
Ich mag es sehr wenn dass Publikum auf mehreren Seiten sitzt.
Als Performer habe ich dann dass Gefühl dass ich wirklich in den Performance bin.
Livemalerei: Sabine Brauer

 Tanzschule für künstlerische Entfaltung  www.balance-arts.de